FrankenwaldSteigla Zum Forstmeistersprung
3:05 h 394 hm 394 hm 8,9 km moderate
Stadtsteinach
WALD VERSTEHEN - "Grüß Gott, ich bin der Forstmeister. Wenn Sie also auf ihrem Weg einen Wilderer sehen, dann sag´n Sie´s mir, dem werd ich scho helfen!"
Wald verstehen - Schneisen an Waldhängen, Furten durch Flüsse: Erwandern Sie sich die Kulturlandschaft im Naturpark Frankenwald und lesen Sie die Spuren ihrer Geschichte! Wie lebten und leben die Menschen von und mit dem Wald? Schritt für Schritt wächst das Verstehen: Menschen verändern ihr Umfeld und das Umfeld ändert den Menschen.
"Grüß Gott miteinander, ich bin hier der Forstmeister. Wenn Sie also auf Ihrem Weg "Zum Forstmeistersprung" einen Wilderer sehn, dann sag‘n Sie‘s mir, dem werd ich scho helfen! Denn vor den Bambergischen Herrn muss ja ich mich verantworten, wenn der Tierbestand net stimmt. Drum schau ich auch den Holzfällern lieber genau bei der Arbeit zu: Wer weiß, was die außer Baumstämmen noch alles raushol‘n aus mei‘m Wald!
Aber jetzt gehen S‘ erst mal Ihren Weg, dafür sind Sie ja da. Und weil es mei‘ Wald ist - net falsch verstehen, das sagt mer halt so, denn er gehört mit ja net wirklich, ich pass bloß drauf auf - also, weil es mei‘ Wald ist, erzähl ich Ihnen auf‘m Weg immer mal wieder was zu den Besonderheiten: zur uralten Grünbürg zum Beispiel, oder zur Burgruine Nordeck...
Ach, eh ich‘s vergess‘: Woll‘n S‘ vielleicht wissen, warum der Forstmeistersprung so heißt? Ja, von dem Fels soll tatsächlich ein Amtsvorgänger von mir g‘sprungen sein, mit‘m Pferd. Überlebt hat er‘s net. Aber die Leut erzähln, es is‘ Absicht g‘wesen. Schlechtes Gewissen, oder so. Na, die Leut erzähln viel. Denken S‘ halt an die arme Seele, wenn S‘ dort den eindrucksvollen Ausblick genießen... Eine schöne Zeit in mei‘m Wald wunsch ich."
Wegbeschreibung
Ausgangspunkt ist die Schneidmühle am Hochofen, die 1867/68 ihren Betrieb aufnahm. Eine Anpassung an die technischen Forderungen wurde ständig durchgeführt. Der heutige Zustand ist der Fachhochschule Düsseldorf zu verdanken, die mit ihren Studenten im Jahre 1982 eine umfassende Renovierung vornahm. Zwischenzeitlich wurde hier ein Naturpark-Informationspunkt eingerichtet. Es ist auch möglich, am Sportplatz in Stadtsteinach zu parken und auf dem Wanderweg entlang der Steinach, dem ehem. königlichen Bergbauamt und weiter auf der Steinachtalstraße den Ausgangspunkt an der Schneidmühle zu erreichen. Nach der Schneidmühle zweigen wir vor der Brücke links ab, gehen über einen Steig und halten uns am Waldrand ebenfalls links bis zu einer Forststraße, die den weiteren Weg nach rechts vorgibt. Nach einer kurzen Strecke geht es nach links auf einem Pfad aufwärts, der uns zum Aussichtspunkt Kanzel führt. Einst soll hier auf diesem Felssporn eine kleine Befestigungsanlage die Verbindung zur Burg Nordeck hergestellt haben. Direkt von der Kanzel gehen wir auf dem Weg aufwärts und erreichen die Alte Pressecker Straße. Nach einem kleinen Rückweg stehen wir am Wegweiserstandort zur Grünbürg. Hier handelt es sich um eine frühmittelalterliche Wehranlage, die uns Einblick in die früheren Siedlungs- und Herrschaftsverhältnisse gibt. Die eigentliche Bergkuppe ist mit einem Wall umgeben. Die deutlich sichtbaren Wälle am Berghang sprechen für eine Zuweisung in das 9./10. Jahrhundert. Auf dem Grünbürg-Weg KU 33 geht man ca. 400 Meter weiter bis auf die Grünbürg. Ein historischer Kreuzstein 50 Meter links auf dem Weg zur Grünbürg erinnert an eine mittelalterliche Tat.
Bereits am Wegweiserstandort zur Grünbürg folgen wir nach rechts dem FrankenwaldSteigla und erreichen einen Forstweg der uns über die Alte Pressecker Straße und einen Wiesenweg nach Frankenreuth führt. Hier ist ein Ortsteil unserer Stadt auf einer kleinen Rodungsinsel nordöstlich der Grünbürg. Erstmalige Erwähnung 1502/10 im Urbar des Halsgerichtes zu Stadtsteinach. Am Ortsende ist ein Weg zum Aussichtspunkt Steinachfelsen möglich, der später auf den bisherigen Weg zurück führt. Nach Frankenreuth wandern wir geradeaus zum Waldrand und treffen dort auf einen Forstweg, der nach rechts abzweigt. Hier verläuft auch der Geopfad Steinachtal mit zahlreichen Hinweisen auf die steinreichen Vorkommnisse in diesem Gebiet. Die enormen Kräfte von Plattentektonik und Gebirgsbildung haben in diesem Bereich unübersehbare Spuren hinterlassen. Am Kreuzungspunkt - 400 Meter zum Steinachfelsen - erfolgt der Abstieg ins Steinachtal. An der Talstraße treffen wir auf den Steinachklamm-Weg, der flussaufwärts bis zum Waffenhammer und zur Steinachklamm führt. Wir wandern auf der Steinachtalstraße flussabwärts, vom Fluss und den steilaufragenden Felsenpartien eingerahmt, auf unserem FrankenwaldSteigla bis zur Pegelbrücke. Dort verweisen zahlreiche Wegweiser auf weitere Wanderziele. Bis zur gemütlichen Einkehr Waldschänke ist es nur eine kurze Wegstrecke (300 Meter einfach).
Wir gehen über die Brücke auf der Forststraße nach rechts aufwärts und später auf einem naturbelassenen Pfad nach rechts bis zum Wegweiserstandort. Ein Abzweig nach rechts führt uns endlich zum nahen Forstmeistersprung, einem steilen Felsen am Steinachhang. Hier bietet sich auch ein Ausblick in die Tiefen des Steinachtales. Man wundert sich über den seltsamen Namen dieses Ortes, der nordostwärts der Burgruine Nordeck liegt. Man erzählt sich, dass ein Forstmeister, hoch zu Ross, den Sprung in die Tiefe nicht mehr verhindern konnte, als er einen prächtigen Hirsch verfolgte. Auch andere Versionen gibt es zur Namensgebung. Eine tiefe Pinge des meist mittelalterlichen Erzabbaues ist etwa 50 Meter links direkt am Wanderweg zu sehen. Sie gehörte zur alten Zeche „Carl Wilhelm“, von der starke Eisengehalte überliefert sind. Das gewonnene Erz wurde in mehreren Schmelzen und Hämmern im Talgrund verarbeitet. Die Ortsbezeichnungen „Hochofen, Mittel- und Oberhammer“ sind heute noch vorhanden und verweisen auf den ehemaligen Bergbau.
Wir gehen den Abzweiger zurück bis zum Wegweiserstandort und folgen dem FrankenwaldSteigla nach rechts bis zur Höhe. Der Steinachklamm-Weg KU 52 geht nach links ab in Richtung Triebenreuth und Neumühle und erhält auch Anschluss an den Wanderweg „Fränkisches Steinreich“. Beim Wegweiserstandort am Forstweg geht unser Steigla nach rechts abwärts bis zur Burgruine Nordeck, von der Pegelbrücke bis zur Ruine. Die Burg Nordeck hat der Bamberger Bischof Eberhard II. von den Grafen Henneberg erworben. In der Kaufurkunde aus dem Jahre 1151 wurde diese Burg im Zusammenhang mit der Stadt Stadtsteinach/Steinaha erstmalig erwähnt. Im Bauernkrieg 1525 haben aufständische Bauern die Burg verwüstet und niedergebrannt. Die ehemalige Amtsburg diente dem Hochstift Bamberg zur Sicherung der Grenzen und Versorgungsstraßen. Der Burgherr, ein adeliger Amtmann, war für den militärischen Schutz, die Gerichtsbarkeit und die Versorgung der Bevölkerung zuständig. Der letzte adelige Amtmann war Jörg von Wildenstein. Im Jahre 2014 wurde durch den zuständigen Staatsforstbetrieb Nordhalben eine Instandsetzung veranlasst. Wir befinden uns hier im Gebiet des Naturwaldreservats Kühberg mit einer Fläche von 39 Hektar. Die steilen, felsigen Hangflächen am Taleingang zwischen dem Fluss und der Ruine Nordeck gehören zum Reservat. Kennzeichnend sind strukturierte Hang- und Schluchtwaldgesellschaften. Eine Rarität stellen außerdem Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation in diesem Naturraum dar. Im Talgrund liegt die ehemalige Papierfabrik der Firma Quelle Schickedanz. Weiter auf dem Forstweg, direkt durch das Naturwaldreservat, erreichen wir den Abzweiger zum naturnahen Pfad und sind in Kürze zurück an der Schneidmühle, dem Ausgangspunkt des FrankenwaldSteiglas „Zum Forstmeistersprung“.
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Aufstieg: 394 hm
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Abstieg: 394 hm
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Länge der Tour: 8,9 km
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Höchster Punkt: 504 m
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Differenz: 160 hm
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Niedrigster Punkt: 344 m
Difficulty
moderate
Panoramic view
moderate
Saisonale Eignung
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MRZ
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DEZ
Features trail
Tour tip
Circular route
Rest point
Family suitability
Open
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