Geologie
Gesteine sind Zeugen der Ursprünge einer Landschaft. Ganz unterschiedliche Gesteinsarten sind im Frankenwald zu entdecken. Von Schiefer in der Rennsteigregion über Grauwacke, Basalt, Diabas und Sandstein bis hin zum Muschelkalk entlang der Fränkischen Linie ist die Gesteinsvielfalt groß. Sie entstanden als Ablagerungen in gigantischen Meeren, im Verlauf von vulkanischen Aktivitäten oder durch mächtige Sandschichten, die durch Druck und Hitze verfestigt wurden. Manche der Gesteine sind gut zu bearbeiten und prägen als regionale Baustoffe die Schieferhäuser oder Sandsteingebäude in Städten und Dörfern des Frankenwalds. In Steinbrüchen, geologischen Aufschlüssen, in Bergwerksstollen oder als Felsblöcke in der Landschaft werden die Gesteine sichtbar und beeindrucken mit ihrer schieren Größe und Kargheit. Das Höllental erhielt 2019 die Auszeichnung als "Nationaler Geotop", zudem befinden sich fünf der "Bayerns schönsten Geotope" hier bei uns im Naturpark Frankenwald.
Höllental
Die Selbitz, ein Seitenfluss der Saale im Frankenwald hat mit dem Höllental ein eindrucksvolles 3 Kilometer langes und bis zu 170 Meter tiefes Durchbruchstal in Diabasen geschaffen. Zahlreiche Felsen mit teils spektakulären Aufschlüssen geben Einblicke in den inneren Aufbau eines oberdevonischen Vulkans. Darüber hinaus gibt es im Höllental einige Spuren des historischen Bergbaus auf Eisen- und Kupfererze sowie Flussspat. Bemerkenswert ist ein natürliches Mineralwasservorkommen.
Oertels Dachschieferbruch
Im Trogenbachtal bei Ludwigsstadt wurden im 18. und 19. Jahrhundert Tonschiefer des Unterkarbons abgebaut. Der Dach- und Tafelschieferbruch wurde 1779 eröffnet. Man verwendete die Schiefer zur Herstellung von Schiefertafeln sowie zum Dachdecken und für Wandverkleidungen. Große Halden auf dem Weg zur Bruchwand belegen eindrucksvoll, dass nur 10 % des abgebauten Gesteins tatsächlich verwertbar waren.
Stockheimer Steinkohle
Die einst bedeutensten Steinkohlebergwerke Bayerns wurden bis 1968 in Stockheim betrieben. Durch Durck und Hitze entstand dort aus pflanzlichen Ablagerungen in Jahrmillionen Steinkohle.
Steinachklamm im Steinachtal
Die steilen und beeindruckenden Felswände aus harten Quarzgestein lassen der Steinach nur einen schmalen Durchfluss.
Diabasbruch am Galgenberg
Der Geotop bei Bernstein am Wald erschließt dunkle Diabase aus dem Oberdevon. Der Gesteinsname Diabas wird für Basalte des Erdaltertums verwendet. Dieses vulkanische Gestein entstand aus untermeerisch ausgeflossener Basaltlava, was die kissenförmig ausgebildeten Gesteinskörper im Steinbruch verraten.
Eklogit am Weißenstein
Der Geotop bildet eines der größten Eklogit-Vorkommen in Mitteleuropa. Ein ehemaliger Basalt wurde tief unter die Erdoberfläche versenkt und unter hohen Druck- und Temperaturbedingungen metamorph geprägt. Dabei entstand das seltene, auffällig rot und grün gefärbte Gestein. Später gelangte der Eklogit bei der Auffaltung des variszischen Gebirges zurück an die Erdoberfläche und wurde durch Abtragung freigelegt.
Geopark Schieferland
Unter dem Motto "Drei Naturparke - ein Geopark" ist der Naturpark Frankenwald gemeinsam mit den zwei benachbarten Naturparken Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale Träger des grenzüberschreitenden Geoparks Schieferland. Dieser wurde 2009 ins Leben gerufen und 2019 als Nationaler Geopark ausgezeichnet. Er vermittelt seither mit seinen Geopfaden, Museen und Infostellen eindrucksvoll die geologische Vielfalt unserer Region.
Geopfade
Geopfade und Themenwege mit dem Schwerpunkt "Geologie" laden dazu ein, die geologischen Besonderheiten im Naturpark Frankenwald kennenzulernen.