Flößerei
Köhlerei und Bergbau, aber auch die kleinteilige Land- und Forstwirtschaft formten über viele Jahrhunderte hinweg Land und Leute im Frankenwald. Aber vor allem die Flößerei prägte das Gesicht der Kulturlandschaft in den Talgründen der Wiesentäler.
Zum Flößen geeignet war nur das leichte Nadelholz. Die schnellwachsende Fichte wurde daher allerorts angepflanzt und zum „Brotbaum“ des Frankenwalds. Bäche und Flüsse in den Talgründen machte man floßtauglich. Dazu verlegte man sie auf eine Talseite, begradigte und verbaute sie. Diese zum Teil aufwändigen Verbauungen aus Holz oder Stein kann man auch heute noch in vielen Frankenwaldbächen entdecken. Teile dieses einzigartigen Floßsystems stehen sogar unter Denkmalschutz. Die Erschließung durch Eisenbahn und Straßenbau machte die Flößerei schließlich unrentabel. 1958 fand die letzte gewerbliche Floßfahrt im Frankenwald statt.
Flößerei gestern
Geflößt wurde im Frankenwald bereits seit dem 14. Jahrhundert. Es ermöglichte in dieser kargen Gegend Reichtum und Wohlstand für die Floßherren, aber auch harte Arbeit und Entbehrungen für die zahlreichen Floßknechte.
Flößerei heute
Die Flößerei war für viele Jahrhunderte wichtigster Broterwerb im Frankenwald. Im Flößermuseum in Marktrodach und bei einer Floßfahrt in Wallenfels wird das traditionsreiche Gewerbe lebendig.
Floßteiche
Ab dem 16. Jahrhundert entstanden an den Oberläufen der Bäche die sogenannten Floßteiche. Mit ihrem Wasser wurden die Holzstämme im Frühjahr zur Schneeschmelze auf dem Wasserschwall talabwärts transportiert. Einige dieser Teiche sind auch heute noch erhalten.
Flößerwegla Wallenfels
Auf dem knapp 7 km langen Rundweg durch Wallenfels lassen sich die Spuren der Flößerei erwandern. An 28 Stationen gibt es interessante Geschichten zur Flößerei, zum Brauchtum und zu den Menschen der Stadt Wallenfels zu entdecken.