Wo einst Grenzen den Glauben bestimmten und heute kaum mehr Relikte vom einstigen Leben im Zeyerngrund vorhanden sind, lässt sich in aller Ruhe der Frankenwald durchwandern.
Einer der Höhepunkte dieser Wanderung ist die Stätte des einstigen Weilers Kirchbühl, von dem noch die Kapelle aus dem Jahre 1841 übrig blieb. Dazu schreibt Roland Graf: "Der Weiler Kirchbühl ist gleichzusetzen mit einem früher erwähnten "Purkstal", der bereits im Bamberger Urbar 1923/28 erwähnt ist. Der Weiler bestand bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mit seinem Grundbesitz und den beiden Höfen war er bis zur Auflösung des Hochstifts Bamberg in jeder Hinsicht ein Streitobjekt zwischen dem Amt Wallenfels und dem markgräfischen Vogteiamt Seibelsdorf. Denn durch den Weiler verlief die Grenze. So kam es auch, dass ein Hof bambergisch = katholisch und der andere markgräfisch = evangelisch war. An den katholischen Hof erinnert heute noch die Kapelle von 1841. Von beiden Höfen sind noch die gefassten Quellen im Umfeld der Höfe zu finden."
Wir beginnen unsere Rundwanderung an der Wandertafel in der Ortsmitte und laufen auf dem Sträßlein zum Wanderparkplatz nahe dieser Stichstraße, kurz bevor der Fahrweg nach Geuser abzweigt. Wenn wir unsere Rundwanderung erst hier beginnen und enden lassen wollen, "sparen" wir uns den Zugangsweg auf der Straße.
Wenn sich der Weg teilt, gehen wir nach rechts, am kleinen Parkplatz vorbei und sogleich empfängt uns ein "Schinder", wenn wir am Kohlbach steil aufwärts wandern. Der Name rührt wahrscheinlich von einer ehemaligen Kohlstatt her.
Nach dem knackigen Anstieg durch das enge Seitental des Zeyernbaches gestaltet sich der Weg nun weniger steil. Wir umrunden die "Markgräfliche Höhe" und über queren dabei die beiden Kreuzungen jeweils geradeaus. Bald haben wir die Kapelle Kirchbühl erreicht, jene Stelle, wo bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zwei Anwesen standen.
An den katholischen Hof erinnert heute noch die Kapelle von 1841 mit der künstlerisch eindrucksvollen Pieta und der nahe Fröhlichstein (0,4 km), der erst vor nicht einmal hundert Jahren nach einem Förster so benannt wurde. Von beiden Höfen sind noch für Kundige die gefassten Quellen im Umfeld der Höfe zu finden.
Hier treffen wir auch auf den Frankenweg, dem wir weiter bergan auf angenehmen Waldwegen folgen.
Bald empfiehlt sich ein ganz kurzer Abstecher nach links zum Fröhlichstein auf dem bewaldeten Kirchbühl-Berg. Von Roland Graf wissen wir: Der Sandsteinpfeiler stammt aus dem 18. Jahrhundert. An dem geschwungenem Sockel ist Friedrich Engelhard 1761 zu lesen. Der unterteilte Pfeilerschaft ist gefeldert und endet in einem gesimsten Abschluss. An der Stirnseite des Aufsatzes erkennt man unter dem Rundbogen als Relief die Krönung Mariens. Die Schmalseiten zeigen ein Kruzifix und eine Pieta (= Darstellung der Maria mit dem Leichnam Christi auf dem Schoß).
Wir gehen weiter aufwärts über eine kleine Anhöhe. Wenn wir wieder leicht bergab gehen, bieten sich uns zwei durch nachwachsende Bäume gefährdete Ausblicke auf die Tallandschaft und das Kronacher Land. An der Wegespinne halten wir uns mit dem Frankenweg nach rechts und erreichen bald, nach links abbiegende, die 678 m hohe Radspitze mit dem 1955 eingeweihten Radspitzturm. Vom Turm und vom Startplatz der Drachenflieger aus bietet sich eine schöne Aussicht auf die malerische Heckenlandschaft des Obermainischen Bruchschollenlandes.
1886 wurde hier ein 11 m hohes "Aussichtsgerüst", der erste Aussichtsturm im Frankenwald, errichtet.
Auf angenehmen Wegen gehen wir leicht abwärts zum nahen Mittelberg mit der "Radspitz-Alm", dem Wanderheim der Frankenwaldvereins-Ortsgruppe Seibelsdorf.
Über Mittelberg können wir in der Seibelsdorfer Chronik nachlesen: "Mittelberg, auf dem so genannten Schlossberg, war schon früher eine Stammburg der Markgrafen. Auf diesem Schloss wohnten die Brandenburgischen Amtsleute und Vögte und übten von hier aus ihre Herrschaft aus bis die Veste in den so genannten Ernestischen Händeln (Kleinkriege) 1553 von feindlichen Truppen zerstört wurde. Daraufhin wurden das markgräfliche Gericht und das Amt nach Seibelsdorf in das "Forsthaus" verlegt.
Wir umrunden die Radspitze und kommen wieder an das Wegekreuz unterhalb der Radspitze. Hier müssen wir nach rechts abbiegen, damit wir nicht wieder in Kirchbühl "landen". Die nächsten drei Kilometer geht es sanft bergab. Wir überqueren eine Kreuzung und biegen an der übernächsten Kreuzung nach rechts ab. Der Wanderweg führt nun gemächlich abwärts bis zur Stätte der ehemaligen Siedlung "Kleinzeyern". Auf der letzten Strecke talabwärts können wir noch den Blick auf das herrliche Zeyerntal genießen. Am Parkplatz können wir entweder unsere Rundwanderung beenden, oder aber wieder den bekannten Weg zurück nach Zeyern laufen.
Ein Besuch der Kneipp-Anlage hinter dem Spielplatz kann die müden Beine wieder frisch machen!
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Aufstieg: 389 hm
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Abstieg: 389 hm
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Länge der Tour: 12,4 km
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Höchster Punkt: 676 m
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Differenz: 333 hm
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Niedrigster Punkt: 343 m
Difficulty
moderate
Panoramic view
moderate
Saisonale Eignung
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JAN
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FEB
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MRZ
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APR
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MAI
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JUN
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JUL
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AUG
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SEP
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OKT
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NOV
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DEZ
Features trail
Green circular hiking trail
Circular route
Rest point
Open
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